Auf das Service Pack warten oder sofort migrieren? Und geht es direkt von DPM 2010 auf 2012 SP1? Lehren aus einer Community-Diskussion – und was sie für heutige Upgrades bedeuten.
Ende 2012 wartete unsere Community gespannt auf das Service Pack 1 für System Center 2012. Viele Teams wollten erst damit migrieren, weil SP1 zahlreiche Fehlerbehebungen und die Unterstützung für Windows Server 2012 mitbrachte. Die Diskussion lieferte zwei Erkenntnisse, die bis heute gelten.
Erkenntnis 1: Keine Projektpläne auf Gerüchte bauen
„Kommt im Januar“ hieß es aus „zuverlässiger Quelle“. Ein MVP mahnte zur Vorsicht: Offiziell war nur „wahrscheinlich im ersten Quartal“ angekündigt. Am Ende erschien SP1 kurz vor Weihnachten 2012 – zunächst nur für Abonnenten und gut versteckt im Evaluierungscenter.
Für die Projektplanung bedeutet das:
- Nur offizielle Termine in Projektpläne übernehmen.
- Abhängigkeiten bewusst entscheiden: Wer dringend migrieren muss, kann das oft auch mit der aktuellen Version tun. Wer warten kann, spart sich unter Umständen Aufwand für Fehler, die mit dem nächsten Update ohnehin behoben werden.
- Budget berücksichtigen: Eigenen Aufwand in Workarounds zu investieren, die das nächste Release überflüssig macht, ist selten wirtschaftlich.
Erkenntnis 2: Upgrade-Pfade sind nicht beliebig
Ein Community-Mitglied warnte im Januar 2013: Ein direktes Upgrade von DPM 2010 auf DPM 2012 SP1 ist nicht möglich. Erst muss auf DPM 2012 aktualisiert werden, dann auf SP1.
Das ist kein Einzelfall. In der System-Center-Familie werden In-Place-Upgrades meist nur von einer oder wenigen Vorgängerversionen unterstützt. Wer mehrere Versionen überspringen will, muss entweder schrittweise aktualisieren oder parallel neu aufbauen und migrieren.
Checkliste für heutige Upgrades
- Unterstützten Upgrade-Pfad in der Microsoft-Dokumentation der Zielversion prüfen – inklusive erforderlicher Update-Rollup-Stände der Quellversion.
- Voraussetzungen abgleichen: Betriebssystem, SQL-Server-Version, .NET, Reporting Services.
- Abhängigkeiten zwischen Produkten beachten, z. B. Agentenversionen, Konsolen und Connectors.
- Parallelbetrieb erwägen: Bei großen Versionssprüngen ist ein Neuaufbau mit Migration oft sauberer als mehrere In-Place-Upgrades hintereinander.
- Backup und Rückfallplan – insbesondere der Datenbanken.
Heute
System Center 2012 und DPM 2010 sind lange aus dem Support. Die Prinzipien gelten aber unverändert für Upgrades auf System Center 2022 oder 2025. Prüfen Sie für jedes Produkt separat, von welchen Versionen ein direktes Upgrade unterstützt wird.