Verwaiste Server entfernen, die Datenquellenauswahl beschleunigen, Fehler 3311 beheben und Konsolenfilter übertragen – kleine Kniffe, die im DPM-Alltag viel Zeit sparen.
Im Betrieb von System Center Data Protection Manager (DPM) sind es oft die kleinen Handgriffe, die den Unterschied machen. Die folgenden Tipps wurden über mehrere Jahre in der Community gesammelt.
1. Verwaisten Server aus der DPM-Konsole entfernen
Wurde ein geschützter Server außer Betrieb genommen, ohne ihn sauber aus DPM zu entfernen, bleibt er als Leiche in der Konsole stehen. DPM bringt dafür ein eigenes Skript mit:
- Die DPM Management Shell als Administrator öffnen.
- Ins Verzeichnis
...\Microsoft DPM\DPM\binwechseln und das Skript starten. - Bei
DPMServerden Namen des DPM-Servers angeben, der den Server verwaltet. - Bei
PSNameden zu entfernenden Server mit FQDN eintragen.
cd "C:\Program Files\Microsoft System Center\DPM\DPM\bin"
.\Remove-ProductionServer.ps1
# DPMServer: DPMSRV1
# PSName: PRTCDSRV1.contoso.local
Nach ein bis zwei Minuten verschwindet der Server aus der Konsole.
Achtung
Das Skript entfernt den Server nur aus der DPM-Datenbank. Der DPM-Agent auf dem Zielsystem wird nicht deinstalliert – das muss bei Bedarf separat erfolgen.
2. System-State-Sicherung unter Windows Server 2012 und neuer
Beim Sichern des System State von Windows Server 2008/2008 R2 erzeugt Windows zunächst ein lokales WindowsImageBackup von 10 bis 15 GB, das anschließend übertragen wird. Bei 50 Servern kommen so täglich 500 bis 750 GB zusammen – ein echtes Problem bei WAN-Standorten.
Ab Windows Server 2012 entfällt dieser Zwischenschritt: Das Backup wird direkt auf den DPM-Server geschrieben. Wer noch ältere Systeme im Einsatz hat, sollte das bei der Planung von Sicherungsfenstern und Bandbreite berücksichtigen.
3. Auswahl der Datenquellen beschleunigen
Beim Anlegen oder Bearbeiten einer Schutzgruppe fragt DPM nach jedem Klick auf das „+“ vor einem Servernamen per WMI die verfügbaren Datenquellen ab. Das dauert. Mit einem Registry-Schlüssel lassen sich die Ergebnisse zwischenspeichern:
HKLM\Software\Microsoft\Microsoft Data Protection Manager\Configuration
Neuer Schlüssel: CacheInquiryResults
Nach einem Neustart der DPM-Konsole erscheint im Auswahlfenster zusätzlich die Schaltfläche Clear cache, mit der Sie den Zwischenspeicher bei Bedarf leeren.
4. Fehler „Database auto-protection failed“ (ID 3311)
Meldet die Konsole, dass der automatische Datenbankschutz fehlgeschlagen ist, und schlagen gleichzeitig Band-Sicherungen fehl, lohnt ein Blick ins Ereignisprotokoll DPM Alerts auf dem DPM-Server:
Source: DPM-EM
Event-ID: 3311
The DPM job failed for SERVER\Database because the SQL Server instance
refused a connection to the protection agent. (ID: 30172)
Die Ursache ist meist banal: Der Dienst MSSQL$Instanzname auf dem SQL Server läuft nicht. Dienst starten, Starttyp auf Automatisch prüfen und die Sicherung in der Konsole neu anstoßen.
5. Benutzerdefinierte Jobfilter auf andere Konsolen übertragen
Wer die DPM-Konsole auf mehreren Servern nutzt und dort eigene Jobfilter angelegt hat, muss diese nicht überall neu erstellen. Die Filter liegen als XML-Datei JobsFilter im Benutzerprofil:
%APPDATA%\Microsoft\Microsoft System Center Data Protection Manager\JobsFilter
Datei an dieselbe Stelle auf den anderen Servern kopieren, Konsole neu starten – fertig.
Heute
Die Tipps stammen aus der Zeit von DPM 2010 bis 2012 R2. Remove-ProductionServer.ps1 ist auch in aktuellen DPM-Versionen (2019, 2022, 2025) enthalten; der Installationspfad hat sich jedoch geändert. Prüfen Sie Registry-Anpassungen vor dem Einsatz in einer Testumgebung.