Manuelle Aufgaben, Provisionierung, Störungsreaktion, Patch-Nacharbeiten: 2011 startete die Beta von Orchestrator 2012, dem Nachfolger von Opalis. Die damals genannten Szenarien sind bis heute ein guter Leitfaden.
Im Juni 2011 öffnete Microsoft das Community Evaluation Program für System Center Orchestrator 2012, den Nachfolger der Automatisierungslösung Opalis. Orchestrator sollte als Integrations-, Orchestrierungs- und Automatisierungsplattform für Rechenzentren dienen – mit fertigen Integrationen für die System-Center-Produkte und Schnittstellen zu Drittherstellern.
Die Einsatzszenarien
Microsoft nannte damals eine lange Liste typischer Anwendungsfälle. Sortiert nach Themen ergibt sich ein guter Leitfaden für Automatisierungsprojekte:
Betrieb entlasten
- manuelle Routineaufgaben und Batch-Skripte ablösen,
- Patch-Nacharbeiten (Patch Remediation),
- Kapazitätsmanagement, etwa Speicher erweitern bei Schwellwertüberschreitung.
Bereitstellung beschleunigen
- Provisionierung von Servern, VMs und Benutzerkonten,
- Benutzeranfragen aus dem Servicedesk automatisch umsetzen,
- Desktop-Szenarien wie Softwarezuweisungen.
Störungen schneller beheben
- automatische Reaktion auf Alarme (Dienst neu starten, Logs sammeln, Ticket anlegen),
- Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery) als reproduzierbarer Ablauf.
Prozesse absichern
- Compliance-Anforderungen prüfen und dokumentieren,
- Change Control und Release Management mit Genehmigungsschritten,
- SLA-Einhaltung überwachen,
- mehrere Servicedesks oder Systeme miteinander verbinden.
Wo man anfangen sollte
- Häufig und regelbasiert: Aufgaben, die oft vorkommen und immer gleich ablaufen, bringen den größten Nutzen.
- Fehleranfällig: Abläufe mit vielen manuellen Schritten, bei denen Fehler teuer sind – etwa das Offboarding von Mitarbeitern.
- Messbar: Zeitersparnis und Fehlerquote vorher und nachher erfassen.
Heute
Orchestrator ist weiterhin Teil von System Center. Die Szenarien von damals lassen sich heute ebenso mit Azure Automation, Logic Apps, Power Automate oder PowerShell-basierten Plattformen umsetzen – die Auswahl der richtigen Prozesse ist dabei wichtiger als das Werkzeug.