Per Tasksequenz gesetzter Sperrbildschirm erscheint nicht, geplante Aufgaben „beim Systemstart“ laufen nicht – bis sich der erste Benutzer anmeldet. Zwei Fehler aus 1803 und was sie über OSD-Tests lehren.
Im Sommer 2018 sind uns in Kundenprojekten zwei Fehler in Windows 10 Version 1803 begegnet, die viel Zeit bei der Fehlersuche gekostet haben. Beide waren Microsoft bekannt und traten unseres Wissens nur in dieser Version auf.
Fehler 1: Eigener Sperrbildschirm erscheint nicht
Wurde per Tasksequenz ein benutzerdefinierter Sperrbildschirm gesetzt, zeigte der Client nach dem Start zunächst nur einen blauen Hintergrund. Das gewünschte Bild erschien erst, nachdem sich zum ersten Mal ein Benutzer angemeldet hatte. Ein Neustart half nicht.
Fehler 2: Geplante Aufgaben „beim Systemstart“ laufen nicht
Geplante Aufgaben mit dem Trigger „Beim Systemstart“, die in der Tasksequenz angelegt wurden, wurden ebenfalls erst ausgeführt, nachdem sich erstmals ein Benutzer angemeldet hatte. Auch hier half ein Neustart nicht weiter.
Was man daraus lernt
Beide Fehler zeigen: Neue Windows-Versionen verändern das Verhalten in der Bereitstellung, oft an Stellen, an die man beim Test nicht denkt. Für jede neue Version empfehlen wir:
- Komplette Tasksequenz auf Testgeräten durchlaufen lassen – inklusive der Phase nach der Bereitstellung, aber vor der ersten Benutzeranmeldung.
- Prüfliste für den Zustand vor der Anmeldung: Sperrbildschirm, Dienste, geplante Aufgaben, Startskripte, Agenten (Virenschutz, Überwachung, Inventur).
- Known Issues lesen: Microsoft veröffentlicht bekannte Probleme im Windows-Release-Health-Dashboard.
- Workarounds dokumentieren und nach dem Fix wieder entfernen.
Heute
Windows 10 1803 ist lange aus dem Support, die beiden Fehler sind Geschichte. Die Lehre gilt unverändert für jede neue Windows-11-Version und jedes neue Basisabbild.