Von Boot-Images über USMT und Tasksequenzvariablen bis zu UEFI und DaRT: Ein Lernpfad durch die Themen, die jeder ConfigMgr-Administrator für Betriebssystembereitstellung beherrschen sollte.
2018 veröffentlichte das Configuration-Manager-Team eine umfangreiche Videoserie zur Betriebssystembereitstellung (OSD), die wir in unserer Community Folge für Folge begleitet haben. Die Inhalte bilden einen hervorragenden Lernpfad. Hier fassen wir die Themen in einer sinnvollen Reihenfolge zusammen.
1. Grundlagen
- Architektur: Verteilungspunkte mit PXE, Boot-Images, Betriebssystemabbilder und -upgradepakete.
- Windows ADK und WinPE: Configuration Manager nutzt das Assessment and Deployment Kit; ADK-Version und ConfigMgr-Version müssen zueinander passen.
- Boot-Images: Treiber für Netzwerk und Massenspeicher einbinden, optionale Komponenten (PowerShell, .NET) aktivieren.
2. Tasksequenzen verstehen
- Aufbau: Gruppen, Schritte, Bedingungen und das Fehlerverhalten (Continue on error).
- Tasksequenzvariablen: Integrierte Variablen wie
_SMSTSMachineNameoderOSDComputerName, eigene Variablen auf Sammlungs- oder Geräteebene und das Setzen zur Laufzeit. - Verschachtelte Tasksequenzen: Wiederverwendbare Bausteine (z. B. „Treiber anwenden“, „Standardsoftware installieren“) als eigene Tasksequenz einbinden.
3. Benutzerdaten migrieren mit USMT
Das User State Migration Tool sichert Profile, Dateien und Einstellungen vor der Neuinstallation und spielt sie danach wieder ein – lokal per Hardlink (Refresh-Szenario) oder über einen Zustandsmigrationspunkt (Replace-Szenario).
4. Erweiterte Szenarien
- MDT-Integration: Mit dem Microsoft Deployment Toolkit kommen zusätzliche Skripte, Regeln (CustomSettings.ini) und Assistenten hinzu.
- Vorab bereitgestellte Medien (Pre-staged Media): Abbilder werden bereits beim Hardwarehersteller oder in der Werkstatt auf die Festplatte gebracht – ideal für Standorte mit wenig Bandbreite.
- BIOS-zu-UEFI-Konvertierung: Für Windows 11 und Secure Boot unverzichtbar; die Tasksequenz kann Partitionierung und Firmware-Einstellungen in einem Durchlauf anpassen.
- DaRT: Das Diagnostics and Recovery Toolset ermöglicht Remotezugriff auf WinPE-Sitzungen – wertvoll bei der Fehlersuche an entfernten Standorten.
5. Fehlersuche
Die wichtigste Datei ist smsts.log. Ihr Speicherort wechselt je nach Phase (WinPE, vollständiges Betriebssystem, nach Abschluss). Wer weiß, wo welches Log liegt, verkürzt die Fehlersuche erheblich.
Heute
Die Videos bezogen sich auf ConfigMgr Current Branch 2018 und Windows 10. Die Themen sind für Windows 11 unverändert relevant, einige Details haben sich jedoch geändert: WinPE ist seit Windows 10 1809 ein separates Add-on zum ADK, und für Windows 11 sind UEFI, Secure Boot und TPM 2.0 Pflicht. Für Windows 10/11-Feature-Updates sind zudem In-Place-Upgrade-Tasksequenzen oder Windows Update for Business oft die bessere Wahl als eine Neuinstallation.