2018 kündigte Microsoft an, dass Intune klassische Windows-Anwendungen ähnlich wie ConfigMgr verteilen kann. Wie das heute funktioniert – vom IntuneWin-Paket bis zur Erkennungsregel.
Auf der Ignite 2018 kündigte Microsoft mehrere Neuerungen für Configuration Manager und Intune an, die den Weg in die Cloud ebneten:
- Verteilung klassischer Windows-Anwendungen (Win32) mit Intune – ähnlich wie mit ConfigMgr,
- Sicherheitsbaselines für Windows 10 direkt in Intune,
- die Integration von ConfigMgr mit dem damaligen Cloud-Analysedienst Desktop Analytics,
- vereinfachte Updatemodelle für Windows as a Service,
- neue Autopilot-Szenarien wie Hybrid-Domänenbeitritt und die Bereitstellung bestehender Geräte.
Die wichtigste dieser Neuerungen für den Alltag war die Win32-App-Verteilung. Ohne sie wäre der Umstieg vieler Unternehmen auf cloudbasierte Clientverwaltung kaum möglich gewesen.
So funktioniert die Win32-App-Verteilung
1. Paket erstellen
Die Installationsdateien werden mit dem Microsoft Win32 Content Prep Tool in ein .intunewin-Paket verpackt:
IntuneWinAppUtil.exe -c C:\Pakete\7zip -s 7z2408-x64.msi -o C:\Pakete\Output
2. App in Intune anlegen
Im Intune Admin Center unter Apps › Windows › Hinzufügen › Windows-App (Win32):
| Einstellung | Beispiel |
|---|---|
| Installationsbefehl | msiexec /i 7z2408-x64.msi /qn |
| Deinstallationsbefehl | msiexec /x {GUID} /qn |
| Installationsverhalten | System |
| Anforderungen | 64-Bit, Windows 10 22H2 oder neuer |
| Erkennungsregel | MSI-Produktcode, Datei/Ordner, Registry oder Skript |
3. Zuweisen
Als Erforderlich oder Verfügbar (Unternehmensportal) an Benutzer- oder Gerätegruppen.
Wichtige Funktionen
- Abhängigkeiten: Eine App kann andere Apps voraussetzen, die automatisch vorher installiert werden.
- Ersetzung (Supersedence): Neue Versionen ersetzen alte – mit oder ohne Deinstallation.
- Skriptbasierte Erkennung: Für komplexe Anwendungen per PowerShell prüfen, ob die App korrekt installiert ist.
- Bereitstellung während Autopilot: Wichtige Apps können bereits auf der Statusseite der Registrierung installiert werden.
Tipp
Wer aus ConfigMgr kommt, findet sich schnell zurecht: Erkennungsregeln, Anforderungen und Ersetzungen funktionieren nach demselben Prinzip wie beim Anwendungsmodell von Configuration Manager.
Heute
Die Win32-App-Verteilung ist längst Standard in Intune. Desktop Analytics wurde inzwischen eingestellt; seine Aufgaben übernehmen Berichte in Intune und Windows Update for Business. Im Co-Management können Sie die Workload Client-Apps schrittweise von ConfigMgr zu Intune verlagern.