Nach einem Update des Windows-Server-Management-Packs fehlten in Speicherplatz-Alarmen plötzlich die Prozent- und MB-Werte. Warum das passierte und wie Sie trotzdem aussagekräftige Alarme erhalten.
Nach dem Update auf eine neue Version des Windows Server Operating System Management Packs im Herbst 2011 fiel einem Administrator eine Verschlechterung auf. Vorher lauteten Speicherplatz-Alarme:
The disk C: on computer "server" is running out of disk space.
The values that exceeded the threshold are 1% free space and 516 free Mbytes.
Nach dem Update fehlte der entscheidende zweite Satz:
The disk C: on computer "server" is running out of disk space.
Die erste Frage des Vorgesetzten war natürlich: „Wie viel ist denn noch frei?“
Was passiert war
Mit dem MP-Update wurde die Überwachung des freien Speicherplatzes grundlegend umgebaut – unter anderem kamen Cluster Shared Volumes hinzu, und der Monitor wertet seitdem Prozent- und MB-Schwellwerte kombiniert aus. Dabei änderte sich auch die Alarmbeschreibung. Da das Management Pack versiegelt ist, lässt sich die Beschreibung nicht direkt anpassen.
Was Sie tun können
1. Die Werte sind trotzdem da – im Alarmkontext Im Alarm unter Alert Context bzw. im Integritäts-Explorer unter State Change Events stehen die gemessenen Werte. Für Operatoren reicht oft der Hinweis, dort nachzusehen.
2. Benachrichtigungen anreichern Im Format der E-Mail-Benachrichtigung können Sie Werte aus dem Alarmkontext einbinden. So erhält der Empfänger die Zahlen direkt in der Mail.
3. Eigenen Monitor bauen Wer die Werte unbedingt in der Beschreibung braucht, deaktiviert den Standardmonitor per Override und erstellt einen eigenen Monitor mit gewünschter Alarmbeschreibung – mit dem Nachteil, ihn künftig selbst pflegen zu müssen.
4. Release Notes vor dem Update lesen Viele solcher Überraschungen sind im MP-Leitfaden dokumentiert. Ein kurzer Test in einer Testverwaltungsgruppe zeigt, wie sich Alarme nach dem Update verändern.
Tipp
Alarme werden nicht nur von Technikern gelesen. Prüfen Sie nach jedem MP-Update stichprobenartig die wichtigsten Alarmtexte – besonders die, die per E-Mail an Fachabteilungen oder Vorgesetzte gehen.
Heute
Die aktuellen Windows-Server-Management-Packs für Windows Server 2016 und neuer haben die Speicherplatzüberwachung erneut überarbeitet. Das grundsätzliche Vorgehen – Release Notes lesen, Alarmtexte prüfen, Benachrichtigungen bei Bedarf anreichern – bleibt unverändert sinnvoll.