Mit Operations Manager 2012 verschwand der Root Management Server – ein Meilenstein für Verfügbarkeit und Skalierung. Was Ressourcenpools leisten und warum das Konzept bis heute trägt.
Bereits 2011, noch vor der ersten Beta, haben wir in unserer Community über die geplanten Neuerungen von Operations Manager 2012 berichtet – aus Gesprächen mit den Program Managern bei Microsoft. Die wichtigste Änderung prägt die Architektur bis heute: das Ende des Root Management Servers (RMS).
Das Problem mit dem RMS
In SCOM 2007 übernahm ein einzelner Server – der RMS – zentrale Aufgaben: Konfigurationsdienst, SDK-Dienst für die Konsolen, Gruppenberechnung, Benachrichtigungen und vieles mehr. Fiel er aus, standen wesentliche Funktionen still. Hochverfügbarkeit war nur mit einem Cluster möglich, und die Konsole konnte sich nur mit dem RMS verbinden.
Die Lösung: Ressourcenpools
Seit SCOM 2012 werden diese Aufgaben über Ressourcenpools auf mehrere Management Server verteilt. Ein Pool übernimmt unter anderem:
- die Berechnung von Gruppenmitgliedschaften,
- Verfügbarkeitsberechnungen und verteilte Integritäts-Rollups,
- das Grooming der Datenbank,
- den Versand von Benachrichtigungen,
- die Überwachung von Netzwerkgeräten und UNIX/Linux-Systemen.
Fällt ein Server aus, übernehmen die übrigen Mitglieder des Pools. Daraus ergeben sich weitere Änderungen:
- Der Konfigurationsdienst läuft auf allen Management Servern und schreibt nicht mehr in eine lokale Datenbank, sondern in SQL.
- Der SDK-Dienst (heute System Center Data Access Service) läuft auf jedem Management Server – die Konsole kann sich mit jedem beliebigen Management Server verbinden.
- Management Server starten schneller und belasten lokale Ressourcen weniger.
Hinweis
Management Packs, die Workflows direkt auf den RMS (den SystemCenterHealthService des RMS) ausrichten, mussten für 2012 angepasst werden. Ziel ist seitdem ein Ressourcenpool, etwa All Management Servers Resource Pool.
Weitere Neuerungen von damals
- Netzwerküberwachung mit SNMP v1, v2c und v3, herstellerübergreifend, inklusive Erkennung, Visualisierung und Berichten.
- Plattformübergreifende Überwachung mit sudo- und SSH-Schlüssel-Unterstützung und schnelleren Discoveries.
- Anwendungsüberwachung für .NET (aus der Übernahme von AVIcode) und Java-EE-Anwendungen.
- Dashboards mit Widgets.
Heute
Ressourcenpools sind in Operations Manager 2019, 2022 und 2025 unverändert das Fundament der Architektur. Einige der damals neuen Funktionen – etwa die .NET-Anwendungsüberwachung (APM) – wurden in späteren Versionen eingeschränkt oder abgekündigt; für Anwendungsüberwachung empfiehlt Microsoft heute Application Insights. Planen Sie für Hochverfügbarkeit mindestens zwei Management Server pro Pool.