Die Generic Report Library stößt schnell an Grenzen. Auf der MMS 2013 zeigten zwei Experten, wie man sich systematisch durch Klassen, Eigenschaften und Beziehungen zum eigenen Bericht arbeitet.
Auf dem Microsoft Management Summit (MMS) 2013 in Las Vegas gab es eine Session, die wir in der Community besonders empfohlen haben: „Hacking the Data Warehouse“. Zwei Experten eines bekannten Herstellers von Management-Pack-Erweiterungen zeigten, wie man eigene Berichte für Operations Manager entwickelt. Ausgangspunkt war die Kritik, dass die mitgelieferte Generic Report Library zu eingeschränkt ist. Das Demo-Szenario: ein Leistungsbericht über 500 SQL Server mit 5.000 Datenbanken.
Die Blaupause
Der wertvollste Teil der Session war ein systematisches Vorgehen, das sich auf jeden Bericht übertragen lässt:
1. Die benötigte Klasse finden SCOM kennt sehr viele Klassen. Für einen Datenbankbericht brauchen Sie etwa die Klasse der Datenbank-Engine:
SELECT ManagedEntityTypeRowId, ManagedEntityTypeSystemName, ManagedEntityTypeDefaultName
FROM vManagedEntityType
WHERE ManagedEntityTypeDefaultName LIKE '%SQL%Engine%';
2. Die Eigenschaften der Klasse finden
SELECT PropertySystemName, PropertyDefaultName
FROM vManagedEntityTypeProperty
WHERE ManagedEntityTypeRowId = @TypeRowId;
3. Die Instanzen der Klasse finden
SELECT ManagedEntityRowId, FullName, Path
FROM vManagedEntity
WHERE ManagedEntityTypeRowId = @TypeRowId;
4. Die Eigenschaftswerte lesen Eigenschaftswerte liegen als XML in vManagedEntityProperty (Spalte PropertyXml) – inklusive Historie über FromDateTime und ToDateTime. Für aktuelle Werte filtern Sie auf ToDateTime IS NULL.
5. Die Beziehungen finden Welche Datenbanken gehören zu welcher Engine? Das beantwortet vRelationship zusammen mit vRelationshipType.
6. Alles zusammenführen Alle Engines mit ihren Datenbanken und Dateien, verknüpft mit Leistungsdaten aus Perf.vPerfDaily – fertig ist die Datengrundlage für den Bericht.
Für wen sich das lohnt
Die Blaupause hilft allen, die Berichte mit Report Builder, Visual Studio oder Power BI entwickeln. Wer sich mit Berichtsentwicklung weniger auskennt, findet in Erweiterungen von Drittanbietern und Community-Werkzeugen Vorlagen für typische Berichte.
Tipp
Arbeiten Sie sich immer zuerst mit einfachen SELECT TOP 100-Abfragen durch die Views, bevor Sie komplexe Berichte bauen. So verstehen Sie die Datenstruktur und vermeiden Abfragen, die das Data Warehouse unnötig belasten.
Heute
Die Struktur des Data Warehouse hat sich seit SCOM 2012 kaum verändert. Die Blaupause funktioniert daher auch für Operations Manager 2019, 2022 und 2025 – und ist die ideale Vorbereitung für Power-BI-Berichte auf Basis des Data Warehouse.