In getrennten WSUS-Umgebungen wollte ConfigMgr 1806 plötzlich Express-Dateien laden – und scheiterte. Was der Fall über disconnected Update-Szenarien und Datenbankeingriffe lehrt.
Für Configuration Manager Version 1806 erschien im Herbst 2018 ein Hotfix für ein Problem, das nur Umgebungen ohne Internetverbindung betraf – sogenannte disconnected WSUS-Szenarien, in denen der Softwareupdatepunkt seine Updates nicht direkt von Microsoft Update bezieht.
Das Problem
ConfigMgr versuchte beim Herunterladen von Updates in ein Bereitstellungspaket immer auch die Express-Installationsdateien zu laden – selbst wenn die entsprechende Option gar nicht aktiviert war. In getrennten Netzen sind diese Dateien nicht verfügbar, der Download schlug fehl. Den Fehler sieht man in der Datei PatchDownloader.log im %temp%-Verzeichnis des Benutzers, der den Download auf dem Standortserver ausführt.
Der Fall aus der Praxis
Bei einem Kunden reichte der Hotfix allein nicht: Die Express-Updates blieben in der Konsole sichtbar und wurden nicht herausgefiltert. Gemeinsam mit dem Microsoft-Support wurden die betroffenen Update-Einträge per Skript aus der ConfigMgr-Datenbank entfernt und eine neue WSUS-Synchronisation angestoßen. Danach liefen die Downloads wieder.
Achtung
Eigenständige Änderungen an der Configuration-Manager-Datenbank werden von Microsoft nicht unterstützt. Solche Eingriffe sollten nur auf Anweisung oder im Beisein des Microsoft-Supports erfolgen – und nie ohne aktuelle Datenbanksicherung.
Getrennte Netze richtig betreiben
Für Umgebungen ohne Internetzugang gibt es bewährte Verfahren:
- WSUS-Export/Import: Ein WSUS mit Internetzugang synchronisiert die Metadaten; diese werden mit
wsusutil exportexportiert und im getrennten Netz importiert. Die Update-Dateien werden separat übertragen. - Express-Dateien bewusst deaktivieren: In getrennten Netzen die Express-Installationsdateien in den Einstellungen des Softwareupdatepunkts nicht aktivieren – sie vervielfachen den Speicherbedarf.
- Standortupdates offline: Für Updates von Configuration Manager selbst gibt es das Service Connection Tool, mit dem Updates auf einem Rechner mit Internetzugang heruntergeladen und offline eingespielt werden.
- Logs kennen:
WSyncMgr.log(Synchronisation),PatchDownloader.log(Downloads) undruleengine.log(automatische Bereitstellungsregeln).
Heute
Version 1806 ist längst aus dem Support. Getrennte Update-Szenarien sind in Behörden, Industrie und kritischen Infrastrukturen aber weiterhin verbreitet – die beschriebenen Verfahren gelten für Configuration Manager Current Branch unverändert.