Nach ConfigMgr 2012 R2 sorgte ein Hotfix für hängende WDS-Dienste und langsame Image-Downloads. Langsames PXE-Booten ist bis heute ein Thema – mit zwei Registry-Werten lässt sich viel herausholen.
Kurz nach dem Erscheinen von Configuration Manager 2012 R2 sammelten wir in der Community die ersten Hotfixes. Darunter waren Korrekturen für hängende Windows-Bereitstellungsdienste (WDS) und lange Downloadzeiten von Boot-Images, für herausgefilterte computerspezifische Tasksequenzvariablen und für automatische Bereitstellungsregeln hinter einem authentifizierenden Proxy. Wenige Monate später wurden all diese Einzel-Hotfixes durch das kumulative Update 1 ersetzt – ein frühes Beispiel dafür, warum man kumulative Updates statt einzelner Hotfixes installieren sollte.
Ein Thema aus dieser Liste ist bis heute aktuell: langsames PXE-Booten.
Warum PXE langsam sein kann
Beim PXE-Start lädt der Client das Boot-Image (oft 300 bis 600 MB) per TFTP herunter. TFTP ist ein sehr einfaches Protokoll: Standardmäßig werden kleine Blöcke übertragen, und jeder Block muss einzeln bestätigt werden. Über WAN-Strecken oder bei vielen gleichzeitigen Clients dauert das schnell mehrere Minuten.
Block- und Fenstergröße anpassen
Auf PXE-fähigen Verteilungspunkten lassen sich zwei Werte in der Registry setzen:
HKLM\SOFTWARE\Microsoft\SMS\DP
RamDiskTFTPBlockSize (DWORD) z. B. 8192 (dezimal)
RamDiskTFTPWindowSize (DWORD) z. B. 8 (dezimal)
- Blockgröße: Größere Blöcke bedeuten weniger Bestätigungen. Zu große Werte führen bei Netzwerken mit kleinerer MTU zu Fragmentierung – testen Sie Werte zwischen 4096 und 16384.
- Fenstergröße: Anzahl der Blöcke, die ohne Bestätigung gesendet werden. Schon kleine Werte wie 4 oder 8 bringen deutliche Verbesserungen.
Nach der Änderung den WDS-Dienst bzw. den ConfigMgr-PXE-Responder neu starten.
Achtung
Ändern Sie die Werte schrittweise und testen Sie mit verschiedenen Hardwaremodellen. Manche ältere Netzwerkkarten-Firmware kommt mit großen Blöcken oder Fenstern nicht zurecht – der PXE-Start bricht dann ganz ab.
Weitere Stellschrauben
- Boot-Images schlank halten: Nur die nötigen Treiber und optionalen Komponenten einbinden.
- PXE-Responder ohne WDS: Seit Current Branch kann der Verteilungspunkt PXE auch ohne Windows-Bereitstellungsdienste beantworten – eine Option, die sich auch auf Client-Betriebssystemen nutzen lässt.
- Lokale Inhalte: An Standorten mit schwacher Anbindung einen PXE-fähigen Verteilungspunkt vor Ort vorsehen.
Heute
Die Registry-Werte für Block- und Fenstergröße werden in Configuration Manager Current Branch unterstützt und sind in der offiziellen Dokumentation beschrieben. Für viele moderne Szenarien ist zusätzlich UEFI-HTTP-Boot bzw. die Bereitstellung über Boot-Medien eine Alternative zu klassischem PXE.