Eine eigene Regel sammelt den freien Speicherplatz und soll unter 25 % alarmieren – meldet aber auch Laufwerke mit 100 % freiem Platz und seltsamen Werten wie -1. Woher die -1 kommt und wie Sie sie herausfiltern.
Mit der Authoring Console hatte eine Administratorin eine eigene Regel gebaut: Sie sammelt den freien Speicherplatz der logischen Laufwerke und sendet eine E-Mail, wenn auf einem Laufwerk nur noch 25 % frei sind. Grundsätzlich funktionierte das – aber es kamen auch Meldungen für Laufwerke, auf denen noch 100 % frei waren, oder mit seltsamen Werten wie -1.
Woher die -1 kommt
Leistungsindikatoren liefern nicht für jedes Laufwerk sinnvolle Werte. Typische Fälle:
- Wechseldatenträger und leere Laufwerke (z. B. ein DVD-Laufwerk ohne Medium),
- nicht bereite Volumes – etwa Cluster-Datenträger, die gerade einem anderen Knoten gehören,
- Zeitüberschreitungen oder Fehler beim Lesen des Indikators.
In solchen Fällen liefern Skripte oder Datenquellen häufig -1 als Platzhalter. Eine Bedingung wie „kleiner als 25“ ist für -1 natürlich erfüllt – und schon entsteht ein Alarm.
Die Lösung: Bedingung präzisieren
Die Bedingungserkennung der Regel muss ungültige Werte ausschließen:
( Value < 25 ) AND ( Value >= 0 )
Im XML einer Regel als Ausdruck:
<Expression>
<And>
<Expression>
<SimpleExpression>
<ValueExpression><XPathQuery Type="Double">Value</XPathQuery></ValueExpression>
<Operator>Less</Operator>
<ValueExpression><Value Type="Double">25</Value></ValueExpression>
</SimpleExpression>
</Expression>
<Expression>
<SimpleExpression>
<ValueExpression><XPathQuery Type="Double">Value</XPathQuery></ValueExpression>
<Operator>GreaterEqual</Operator>
<ValueExpression><Value Type="Double">0</Value></ValueExpression>
</SimpleExpression>
</Expression>
</And>
</Expression>
Zusätzlich lohnt es sich, die Zielklasse sinnvoll zu wählen: Zielt die Regel auf Logical Disk der Windows-Server-MPs, werden Wechseldatenträger und Netzlaufwerke dort in der Regel gar nicht erst erkannt.
Die bessere Alternative: Monitor statt Regel
Für Speicherplatz ist ein Monitor meist die bessere Wahl: Er schließt den Alarm automatisch, sobald wieder genug Platz vorhanden ist. Die Windows-Server-Management-Packs bringen dafür bereits ausgereifte Monitore mit kombinierten Prozent- und MB-Schwellwerten mit, die per Override angepasst werden können. Eine eigene Regel ist nur dann sinnvoll, wenn diese Monitore für Ihr Szenario nicht passen.
Heute
Das Prinzip – ungültige Werte explizit ausschließen – gilt für jede eigene Leistungsregel und jeden Skriptmonitor, in allen Operations-Manager-Versionen.