Wer SCOM verstehen will, muss objektorientiert denken. Eine Einführung in Klassen, Instanzen, Basis- und Hostklassen sowie Gruppen – und warum Gruppen keine Ziele für Monitore sind.
Operations Manager arbeitet objektorientiert. Das ist für Einsteiger die größte Hürde und gleichzeitig der Schlüssel zu fast allem anderen: Zielauswahl für Monitore, Overrides, Ansichten, Berechtigungen. Diese Übersicht hilft beim Einstieg.
Objekte
Ein Objekt ist eine überwachbare Einheit der IT-Umgebung – ein Computer, eine CPU, ein logischer Datenträger, eine AD-Domäne, eine DNS-Zone, eine Datenbank. Jedes Objekt ist eine Instanz einer Klasse.
Objekte erscheinen erst in SCOM, wenn sie erkannt (discovered) wurden. Discoveries laufen auf den Agenten, prüfen die Umgebung und melden, welche Objekte mit welchen Eigenschaftswerten existieren. Wie oft eine Discovery läuft, legt das Management Pack fest.
Klassen
Eine Klasse beschreibt eine Art von Objekt und legt fest, welche Eigenschaften ihre Instanzen haben. Alle Instanzen einer Klasse haben dieselben Eigenschaften, aber unterschiedliche Werte. Klassen und die Beziehungen zwischen ihnen werden in Management Packs definiert.
Basisklassen und Vererbung
Jede Klasse hat eine Basisklasse, von der sie erbt. Die abgeleitete Klasse besitzt alle Eigenschaften der Basisklasse plus eigene. An der Spitze der Hierarchie steht die Klasse Object (System.Entity) – die „Mutter“ aller Klassen.
Beispiel: Windows Server 2022 Operating System erbt von Windows Server Operating System, diese von Windows Operating System und so weiter. Ein Monitor, der auf Windows Server Operating System zielt, gilt damit automatisch für alle Server-Betriebssystemversionen.
Hostklassen
Eine Hostklasse beherbergt eine andere Klasse. Ohne Host kann es keine Instanz der gehosteten Klasse geben: Ohne Computer kein Betriebssystem, ohne Betriebssystem kein logischer Datenträger, ohne SQL-Instanz keine Datenbank.
Gehostete Objekte können auf die Eigenschaften ihres Hosts zugreifen – etwa wenn ein Alarmtext den Computernamen enthält. Im Integritäts-Explorer sehen Sie den Zustand der gehosteten Objekte unterhalb ihres Hosts.
Gruppen
Gruppen sind Sammlungen von Objekten – gleicher oder unterschiedlicher Klassen. Die Mitgliedschaft kann statisch oder dynamisch über Kriterien festgelegt werden.
Gruppen verwenden Sie für:
- Overrides (Schwellwert nur für die SQL-Server der Buchhaltung ändern),
- Ansichten und Dashboards,
- Benutzerrollen und Bereiche,
- Wartungsmodus und Berichte.
Achtung
Gruppen sind keine Ziele für Monitore und Regeln. Ein Monitor, der auf eine Gruppe zielt, überwacht die Gruppe als Objekt – nicht ihre Mitglieder. Der richtige Weg: Monitor auf die passende Klasse ausrichten, standardmäßig deaktivieren und per Override für die Gruppe aktivieren.
Heute
Das Objektmodell ist seit SCOM 2007 unverändert und gilt für Operations Manager 2019, 2022 und 2025 genauso wie für Service Manager, der auf derselben Plattform basiert.